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Quelle: »Natürlich« – Zeitschrift für Mensch, Natur und Umwelt Ausgabe 4/01
Heinz Knieriemen
. . . und der Mensch kann verblöden
In seinem »Kleinen Doktor« stellt Alfred Vogel lakonisch fest: »Bei Mangel an Jod kann der Mensch
verblöden.« Jodierungsmaßnahmen sind also Wohltaten an der Menschheit, die eine kollektive Verblödung verhindern, zumal sowohl Deutschland, als auch die Schweiz zu Jodmangelgebieten erklärt worden sind. Wer mag bei
einem solch simplen und einleuchtenden Sachverhalt Kritik an jenen üben, die sich für die Volksgesundheit und ganz offensichtlich auch für die Wohlfahrt des einzelnen Bürgers so vehement ins Zeug legen?
Ich werde sofort hellhörig, wenn mir jemand weismacht, mit flächendeckenden oder gar weltumspannenden
Maßnahmen müsse meiner Gesundheit oder der meiner Familie nachgeholfen werden. Da werden Programme zur Ausrottung von Kinderkrankheiten entwickelt, da wird geimpft, fluoridiert und Folsäure-angereichert, da sorgen
sich Functional-Food-Designer darum, dass ich auch die nötigen Vitalstoffe erhalte, da werden D-Vitamine unabhängig von einer rachitischen Veranlagung wahllos verabreicht – und da werden schließlich Vieh, Mensch und
Grundnahrungsmittel jodiert. Immer handelt es sich um Wohltaten an der Menschheit, nie wird vom knallharten Business gesprochen, das hinter Massenmedikamentierungen und Ausrottungsaktionen steht, nie hören wir etwas
über die Gefahren, die immer dann entstehen, wenn sich Geschäft und medizinischer Machbarkeitswahn paaren. In diese Szene fügt sich die Jodierung nahtlos ein.
Wenn es denn so ist
Gehen wir einmal davon aus, dass Jodgaben – wie die Befürworter behaupten – dazu beitragen, eine
Kropfbildung zu verhindern. Wenn es denn so ist, dass Jod eine medikamentöse Wirkung ausübt, dann muss bei einer Veranlagung zur Kropfbildung das Medikament gezielt verabreicht oder auf eine jodreiche Ernährung
umgestellt werden. Das ist problemlos möglich. Auf keinen Fall darf aber ein Grundnahrungsmittel mit einer medikamentös wirksamen Substanz angereichert werden – und auf keinen Fall darf es über die Nahrungskette
durch jodiertes Salz und durch Jod im Viehfutter und Viehsalzjodierungen zu einer diffusen Mehrfach-Medikamentierung kommen, da diese eine große Gefahr für viele Menschen bedeutet! Mit der heute in der Schweiz wie
in Deutschland geübten Praxis wird nämlich gegen den ältesten medizinischen Grundsatz verstoßen: Primum nil nocere – vor allen Dingen nicht schaden!
In medizinischer Fachliteratur wird nicht nur von Jodmangel als Ursache von Unterfunktionen der
Schilddrüse geschrieben, sondern auch von Überfunktionskranken, fachsprachlich Hyperthyreotiker, von griech. hyper = über und thyreos = Schild. Jod löst also eine Reihe von schwer zu behandelnden Krankheiten aus – und das bei Allergikern schon in geringen Spuren, immer häufiger auch durch jodhaltige Desinfektionsmittel – nicht nur bei einem toxisch wirksamen Überangebot. Die Fachliteratur nennt: Jodallergie, Jodakne, Jodasthma, Hyperthyreose, heiße Knoten, Morbus Basedow, Morbus Hashimoto, Morbus Edison, Osteoporose,
Herzrhythmusstörungen, schwere Depressionen, Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Sehstörungen, Impotenz, Nierenkoliken, Haarausfall, Schweißausbrüche, Magersucht usw. Die Medikamentierung von Grundnahrungsmitteln wie Brot, Käse, Fleisch und Milch gefährdet nicht nur eine große Zahl von Menschen und verstößt damit gegen das Primum nil nocere. Es ist sogar davon auszugehen, dass die Jodierung bei einem kaum noch nachweisbaren Nutzen insgesamt großen volksgesundheitlichen und damit auch volkswirtschaftlichen Schaden anrichtet.
Jod – nur wenig ist unumstritten
Unumstritten in der immer heftiger werdenden Diskussion um die Jodierung ist nur, dass der Mensch ohne
Jod nicht leben kann: Die Schilddrüse braucht dieses Spurenelement für die Herstellung einiger lebenswichtiger Hormone. Die Schilddrüsenzellen nehmen aus dem Blut anorganisches Jod auf und oxidieren es zu
organischem. Der biochemische Prozess führt weiter zu den Hormonen Thyroxin, Trijodthyronin und Calcitinin. Die beiden ersten Hormone werden fast vollständig an Eiweiß gebunden und in den Stoffwechsel übergeführt.
Einfach ausgedrückt: Bekommt die Schilddrüse nicht genug Jod, vergrößert sie sich und wird zum Kropf, medizinisch Struma. Neugeborenen droht bei Jodmangel Kretinismus oder Kleinwuchs. Es ist daher auch
unbestritten, dass genügend Jod mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Doch dieses Spurenelement beeinflusst als Schilddrüsenhormon auch das Wachstum des Skeletts und die Entwicklung der Geschlechtsorgane, steuert
die Oxydation, die Wärmeproduktion, den Cholesterin-Abbau, den Sauerstoffverbrauch, die Synthese freier Fettsäuren, den Kalzium- und Phosphatumsatz und wirkt hemmend auf die Proteinsynthese. Es ist zudem auch noch
in die Funktionen der Hypophyse und des Hypothalamus eingebunden. Gerade über diese fein ausbalancierten Regelkreise wissen wir noch viel zu wenig, und jeder Eingriff sollte daher mit Sorgfalt und Zurückhaltung
geschehen.
Nach dem Salz auch das Tierfutter und das Tiersalz
Von den in Selbsthilfegruppen vereinigten Menschen, die die Jodierung des Speisesalzes als unnötig und
dirigistisch ablehnen, wird nicht einmal diese Maßnahme als ausgesprochen heikel für Jodallergiker und Jodkranke angesehen. Durch gezielten Einkauf des unjodierten Salzes könnte man einer Jodierung aus dem Wege
gehen. Kritik wird zu recht vor allem daran geübt, dass neben der gesundheitspolitisch begründeten Speisesalzjodierung auch noch über die Fütterung der Tiere mit Zusätzen von jodiertem Salz und die Empfehlungen der
Gesundheitsbehörden an Bäckereien, Käserein und Restaurants, nur jodiertes und in der Schweiz auch noch fluoridiertes Salz zu verwenden, zusätzliches Jod in die Nahrungskette einfließt. Die unkontrollierte
Mehrfachjodierung über Grundnahrungsmittel empfinden Betroffene als rücksichtslose Zwangsmedikamentierung. Ein Zuviel an Jod mit all den schwer zu behandelnden Krankheitsbildern ist schnell erreicht und immer mehr
Menschen werden in ihrer Gesundheit und damit ihrer Lebensqualität hart durch fragwürdige behördliche Maßnahmen getroffen.
Kein Verständnis kann man auch dafür aufbringen, dass sich sogar die biologische Landwirtschaft in
die fragwürdige Mehrfachjodierung von Nahrungsmitteln einspannen lässt. Nutraceuticals, also das Vermischen von Nahrungs- und Arzneimittel, das fatale Denken, Menschen über Nahrungsmitteln zu medikamentieren, lässt sich doch wohl kaum mit Grundsätzen des Biolandbaus vereinbaren.
In der Schweiz finden jährlich etwa 36 000 Tonnen Salz den Weg in die Küche. Salz, zu recht auf der
Packung als das einzig lebenswichtige Gewürz apostrophiert, wird – neben dem reinen Meersalz in Reformhäusern, Alternativläden und Drogerien – nur noch in zwei Qualitäten angeboten: Mit Jodid (20 000 Mikrogramm/kg)
und Fluorid (250 000 Mikrogramm/kg) angereichert im Kilopaket zu 95 Rappen und als reines Natriumchlorid im ½-Kilo-Paket zu 60 Rappen. Mehr als 95 % der Bevölkerung kaufen das günstigere medikamentierte Kilopaket.
Hier wird also dirigistische Gesundheitspolitik über den Preis betrieben – der Steuerzahler muss die Jodierung und Fluoridierung berappen. Das gleiche passiert auch mit dem Viehsalz. Salz mit einem Jodzusatz von 30
000 Mikrogramm/kg ist billiger als das nichtjodierte Salz und wird daher praktisch ausschließlich verwendet. Dabei bestehen über die Dosierung des mit dem Lebensmittelfarbstoff Amaranth (E 123) rot gefärbten Salzes
kaum klare Vorstellungen. Ein Landwirt auf meine Frage: »Mir nämet halt immer es Chübeli voll.«
... dann gibt man Jod-Kalium
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass Jodmangelerscheinungen nur dann auftreten
können, wenn wir täglich weniger als 50 Mikrogramm dieses Spurenelements aufnehmen. Selbst unbelehrbare Jodierungsverfechter müssen eingestehen, dass dieser Wert in Deutschland und der Schweiz mit der Ernährung
erreicht und in der Regel weit überschritten wird. Die WHO kritisiert auch die unhaltbare Behauptung, wonach die Aufnahme
von 1000 Mikrogramm Jod täglich noch harmlos sei. Wie schnell übrigens dieser kritische Wert von 1 Milligramm erreicht und überschritten ist, mag ein Blick auf Grundnahrungsmittel zeigen: Käse enthält bis zu 3000, Mineralwasser bis zu 300 und Milch bis zu 200 Mikrogramm pro kg/l. Noch schlimmer sieht es in den Vereinigten Staaten aus. US-Bürger nehmen mit dem Verzehr von Fast-Food bis zu 4,5 Milligramm Jod pro Mahlzeit auf oder mit 100 g Brot etwa 0,5 Milligramm (Roberts, C.: New English Journal of Medicine, 1996, S. 322).
Selbst Bio-Landwirte haben sich dazu überreden lassen, ihren Tieren über Zusätze bis zum
Hundertfachen(!) dessen an Jod mit dem Futter zu geben, was diese sonst mit natürlicher Nahrung aufnehmen. Den Bauern wurde Angst eingeflößt, dass ihre Tiere ohne Jod nicht gesund bleiben. Jod wird völlig unkritisch als Gesundheitselixier verkauft. Seither umfasst die Jodierung in der Schweiz und Deutschland praktisch alle Bereiche der Ernährung vom Brot über Milch, Eier, Joghurt, Butter, Käse bis hin zu Pommes frites, Fertigsuppen und über jodierte Mineraldünger auch Salate und Gemüse – ohne jede Deklaration! Und in der Jodierungs-Euphorie fordern sogar Ärzteverbände in Deutschland eine Jodierung des Trinkwassers. Mich würde nicht wundern, wenn auch dieser Schildbürgerstreich an der Schilddrüse von Erfolg gekrönt wäre. Lange Zeit ging das geflügelte Wort um:
»Wenn man nicht weiß, wieso und warum, dann gibt man Jod-Kalium.«
Das bleibt nicht ohne Folgen. Die WHO berichtet nicht nur über Jodmangel, sondern auch über eine
markante Zunahme der Basedow-Erkrankung vor allem in den USA als Folge der Mehrfachjodierung von Grundnahrungsmitteln. Auch in der Schweiz wird Basedow heute häufiger diagnostiziert als der Kropf. Ist also wieder
einmal der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben worden?
All die Jodmangeltheorien, mit denen die Jodierung von Grundnahrungsmitteln gerechtfertigt wird, sind
im Bereich der Volksmärchen und Anekdoten anzusiedeln. Udo Pollmer hat in seinem Buch »Prost Mahlzeit!« auf viele der Ungereimtheiten gerade in bezug auf die Schweiz hingewiesen. Die Internationalisierung der Ernährung mit der weltweiten Vernetzung hat ohnehin dazu geführt, dass Vorstellungen von lokalen Jodmangelgebieten, von »Kropftälern« in den Alpen, längst überholt sind. Selbst die Theorie, wonach die Kröpfe mit der Jodierung besiegt worden sind, steht auf recht wackligen Füßen. Ernährungswissenschaftler räumen zwar ein, dass Jodmangel eine gewisse Rolle gespielt hat, sehen als Hauptübel jedoch die einseitige Ernährung mit dem früher gravierenden Vitamin-A-Mangel bzw. mit einem Mangel an pflanzlichen Beta-Carotinen, da zwischen diesen Schlüsselvitaminen des Stoffwechsels und der Schilddrüse enge Beziehungen bestehen.
Bei einer Risikobewertung der Jodierung werden kritische Publikationen einfach unter den Tisch
gewischt. Eine Arbeit in des Wissenschaftsmagazins »Lancet« (Delange, F: Risks an benefits of jodine supplementation,
1998, 351) macht deutlich, welche Risiken eine Erhöhung der Jodzufuhr zur Vermeidung von Jodmangelkrankheiten in sich birgt: »Bei allen (!) bisher durchgeführten Jodierungsmaßnahmen von der Schweiz bis Zimbabwe kam es insbesondere bei älteren Menschen zu
Jod-induzierten Hyperthyreosen. Selbst bei physiologischen Jodmengen sind die schweren Nebenwirkungen nicht völlig zu vermeiden.«
Fluor und Jod: Wie sich die Bilder gleichen
In der Schweiz wird die Bevölkerung über das Salz jodiert und fluoridiert. Dieses Vorgehen wird auch
nicht in Frage gestellt, seit Studien belegen, dass Fluor die Kropfbildung fördert. Schließlich lässt sich mit Fluoriden wie mit Jodid gut verdienen, wobei die Parallelen verblüffend sind. Am Anfang ist ein
Umweltschadstoff, der mit viel Geld entsorgt werden müsste. Natriumsilikofluorid, das immer noch zentnersackweise dem Basler Trinkwasser zugesetzt wird, gehört in die Giftklasse 2. Es fällt heute in der
Phosphatdüngerproduktion an und müsste als Sondermüll entsorgt werden, wären da nicht andere Vertriebswege wie Pestizide, Rattengift, Holzschutzmittel oder eben die Kariesprophylaxe erschlossen worden.
Ganz ähnlich verhält es sich mit Jodid. Der Mensch braucht Jod nicht nur als wichtiges Spurenelement,
sondern verwendet es unter anderem für Katalysatoren, Druckfarben, als Desinfektionsmittel und als Kontrastmittel beim Röntgen, da Jod ein starkes Streuvermögen für Röntgenstrahlen aufweist. Jod-131 und Jod-123 sind
zudem radioaktive Isotope, die in Kernkraftwerken anfallen. Sie haben allerdings eine sehr geringe Halbwertzeit, verlieren ihre Radioaktivität also schnell. Trotzdem gilt Jod-131 bei einem Kernkraftwerk-Unfall wie
in Tschernobyl als große Gefahrenquelle. In der Schweiz werden im direkten Umfeld von Kernkraftwerken Kaliumjodidtabletten abgegeben, die das radioaktive Isotop neutralisieren sollen. Also auch Jod fällt wie Fluor
in vielfältigen Prozessen an. Abfälle aus allen möglichen Industriezweigen mussten bisher unter Einhaltung vieler Sicherheitsbestimmungen verbrannt werden, was teuer und aufwendig ist. Nun hat eine Firma in der Nähe
von Bonn ein Recyclingverfahren für Jod-Abfälle entwickelt. Einen Teil des recycelten Elements braucht die Firma gleich selber für die Herstellung von jodiertem Salz. (Siehe Artikel im Bonner Stadtanzeiger!)
Bei Jod werden einseitig nur die Gefahren einer Unterversorgung wahrgenommen – mit den geschilderten
Hintergründen. Die für viele Menschen heute dramatischen Folgen der Überversorgung durch eine weitgehend diffuse Medikamentierung von Grundnahrungsmitteln wird ignoriert. Deshalb erregten Schlagzeilen wie »Vorsicht Jod« in mehreren
Zeitschriften sofort meine Aufmerksamkeit. Gewarnt wurde jedoch nicht etwa vor den Jodierungspraktiken, sondern vor natürlichen Algenpräparaten, wie sie die makrobiotische Küche traditionell verwendet. Erstaunt
konnte man lesen, dass die wahllose Einnahme von Jod ein großes Risiko bei Schilddrüsenüberfunktion darstellt – jedoch nur dann, wenn man das Spurenelement in Tiefseealgen wie Kelp und Kombu aufnimmt. Das Medikament
Kaliumjodid gilt dagegen als gesund und völlig harmlos.
Die Natur war schon immer eine große Gefahrenquelle – sowie der Mensch seine Finger im Spiel hat, ist
sie dagegen gebannt. Der Umgang mit Jod ist der schlagende Beweis dafür.
Ein Schildbürgerstreich an der Schilddrüse??????
Die Zusammenarbeit mit Dagmar Braunschweig-Pauli und die im »Natürlich« publizierte Buchbesprechung
»Vorsicht Jod« hat mir viele Kontakte mit Betroffenen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – gebracht. Eine junge angehende Ärztin schrieb mir, dass ihr bei eingehender Beschäftigung mit dem Thema erst bewusst
geworden sei, wieviel Schuld Ärzte mit der Duldung und Förderung der Zwangsmedikamentierung auf sich laden. Ein Mann beschreibt in einem ausführlichen Brief, wie er und seine Partnerin durch jodhaltige
Desinfektionsmittel zu Jodallergikern geworden sind.
»Die Vermutung, dass Jod die Ursache sein kann, wurde nebst der Untersuchung durch einen Homöopathen
auch durch die auf der Packungsbeilage von Jodoplex genannten möglichen Nebenwirkungen bestätigt, denn genau diese haben wir in teilweise extremer Form durchlebt. Meine Partnerin leidet noch heute an Akne. Die
neugebildete Gesichtshaut ist so stark kälte- und sonnenempfindlich, dass sie kaum das Haus verlassen kann.«
Ein anderer Fall wirft ein bezeichnendes Licht auf den unkritischen wie unbedarften Umgang mit Jod:
Eine junge Frau kommt mit einer schweren Form von Akne hilfesuchend in eine ganzheitsmedizinische Praxis. Die Akne sei vor einigen Wochen gut abgeheilt, bis ihr Arzt ihr jodhaltige Präparate verschrieben habe.
Danach habe sie einen schweren akuten Schub erlitten und sei nun völlig verunsichert.
»Wenn man nicht weiß, wieso und warum, dann gibt man Jod-Kalium.«
- Hilfe aus Viginia
Der Naturarzt Alfred Vogel hat sich in verschiedenen Arbeiten mit dem biologischen Ausgleich bei Funktionsstörungen der Schilddrüse beschäftigt. Er schreibt: »Eine Überfunktion der Schilddrüse, die sich bis zur
Basedow-Krankheit entwickeln kann, ist viel schwerer zu beheben als eine Unterfunktion. In erster Linie benötigt man eine basenreiche Ernährung. Der
Säureüberschuss in unserer Nahrung verschlimmert die Situation stark. Bei den Mineralstoffen ist natürlich der Kalk von allergrößter Bedeutung. So sollte
man viel kalkhaltige Nahrung einschalten, auch natürliche Nahrungszusätze wie beispielsweise Brennessel- und Muschelkalk. In vielen Fällen hat sich die Brennesselwurzel als nutzbringend erwiesen.
Die besten Heilmittel stammen aus Virginia. Sowohl der Lycopus virginicus, der Virginische Wolfsfuß, als auch Hamamelis, die Virginische Zaubernuss,
helfen. In der Homöopathie ist die Anwendung von Lycopus, eventuell auch von Chininum arsenicosum, von großem Vorteil, sogar bei einer Thyreotoxikose, d.h. bei einem schweren toxischen Krankheitsbild.
Starkes Herzklopfen bei einer Überfunktion der Schilddrüse kann mit Lycopus sehr rasch beruhigt werden, verwendet man zur Stärkung der Herzmuskulatur
dann noch Crataegus, den Weißdorn, kann nicht nur ein starkes Herzklopfen, sondern auch die damit verbundene Herzangst positiv beeinflusst werden.
Beruhigend auf die Schilddrüse wirken Lehmwickel. Der Lehm wird mit 1 bis 2 Teelöffeln Johannisöl zubereitet und nachts um den Hals gelegt.«
- Basedow – Hervortreten des Augapfels
Der Name des deutschen Arztes Karl von Basedow (1799-1854) ist durch einige Veröffentlichungen zur nach ihm benannten Basedowschen Krankheit
bis heute nicht in Vergessenheit geraten. 1840 erschien in einer medizinischen Zeitschrift ein Artikel, in dem er die Entstehung von Exophthalmus
(Hervortreten des Augapfels), verursacht durch ein Anschwellen des Zellgewebes in der Augenhöhle, beschrieb. Später gelangte der zur Definition
der »Merseburger Symptomentrias«, die das äußere Erscheinungsbild der Schilddrüsenüberfunktion darstellt. Basedow beschreibt schon detailliert, dass
es auch bei den durch Jod ausgelösten Überfunktionskrankheiten zur Kropfbildung und einer Steigerung der Herzfequenz kommen kann.
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